TRIGGERWARNUNG

Köln. In der letzten Zeit bin ich ganz schön wütend. In solchen Momenten schwitzen meine Hände. Mich überkommt die schier unbändige Gier in die nächstgelegene Tischkante zu beißen, gaaaannnnz laaaange durchzuatmen und zu hoffen, dass beim nächsten Ausatmen das Unbehagen verschwunden ist. Meist völlig vergebens. Und die Anspannung hat sich in Sekundenschnelle über den ganzen Körper gelegt. Meine Ohren können sich nur noch auf das Brodeln des Blutes konzentrieren, welches  mit hoher Geschwindigkeit durch die Adern fließt. Siegessicher die Grenzen der Körperlichkeit verlassen zu können. Dies ist meist der passende Zeitpunkt für meine Hände sich fest an den Stuhlsitz zu krallen oder manchmal an die Schultern meiner Nachbarin, der ich gerade im Sinne der Nächstenliebe anbot, sie mal kräftig zu massieren. Das Ablenkungsmanöver läuft dann auch nicht so optimal, insbesondere wenn meine Nachbarin im Flüsterton mich fragt: „Hast du das auch gerade gehört? Ich als Frau ohne Kinder kann bestimmte Sachen ja eh nicht verstehen, hat die das ernst gemeint???“ Sofort ist es mit der inneren Ruhe wieder vorbei und die Empörung breitet sich aus und überträgt sich. Jedoch was bleibt mehr als nur eine kurzweilige Empörung, die in der Mittagspause verflogen ist? Nachdem der Magen gefüllt ist, klappe ich erneut meine Ohren nach innen und irgendwie höre ich erst mal nichts. Starre. Resignation und vielleicht noch etwas verborgen ein wenig Verwunderung. Ich wundere mich, dass ich in Seminaren sitzen muss, wo es nicht selbstverständlich ist, erst mal bei Themen wie „Sexualisierte Gewalt“ Triggerwarnungen auszusprechen, damit die Menschen, denen wie mir ab und an die Ohren auch platzen, schon mal vorher den Raum verlassen können. Ich bin schockiert, wenn es um das Tabu „Sexismus und sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz geht, dass anderen sofort Geschichten aus ihrem Gedächtnis kramen und „Fälle“ kennen, in denen natürlich die Frau gelogen hat. Ich wundere mich, dass es scheinbar echt schwer ist, mit Ich-Botschaften zu arbeiten. Dabei ist das doch eigentlich eine großartige und entlastende Angelegenheit. Denn ich übernehme für mich Verantwortung und ehrlich muss ich eingestehen, damit bin ich völlig ausgelastet. Hier und da auch tatsächlich mal überfordert. Ich bin resigniert und schüttle irritiert mit dem Kopf: Warum meinen andere für mich definieren zu müssen, was für mich richtig und falsch ist??? Mache ich einen so hilflosen Eindruck? Und ja, ich möchte mich über menschenverachtendes Verhalten unterhalten und wundere mich über die Abwehr. Abwehr, wenn es darum geht, sich selbst zu hinterfragen und nach den eigenen verinnerlichten Bildern zu suchen. Dabei macht es mir echt Freude. Und dann denke ich hin und wieder … verdammt Fehler und das eigene Scheitern sind sogar hin und wieder das Salz in der Suppe. Ich freue mich, wenn ich den selbst auferlegten Perfektionismus ablegen kann und entdecke ich kann mein Unbehagen teilen. Nach kurzer Irritation, Scham und Hilflosigkeit ist es mir in einer vertrauten Atmosphäre möglich, laut darüber nachzudenken, wie ich das nächste Mal mit dem Unbehagen umgehen kann und wie ich aushalte, dass ich mich mal nicht so mächtig und allwissend fühle. Ich bin wütend über Diskussionen, die unterschwellig transportieren, was ein „besserer Feminismus“ sei. Ich hasse es, mich eingeklemmt zu fühlen zwischen den Polen – entweder oder. So als gäbe es lediglich schwarz und weiß. So als wäre das menschliche Leben und Denken nicht auch ein Prozess der Veränderung. Ich werde sprachlos, wenn die Wut das Ruder übernommen hat und wünsche mich auf eine einsame Insel, um den Kopf in den Sand stecken zu können. Ich bin die Diskussionen um Professionalität leid. Eine Professionalität und scheinbare Wertefreiheit und Wissenschaftlichkeit, die meint bestimmen zu können, wie „die Anderen“ sich fühlen, leiden und verhalten zu haben.

Damit die Resignation, Starre und Hilflosigkeit nicht bleiben, damit ich mich nicht entscheide, einfach mit Ohrstöpseln taub durch den Alltag zu laufen, brauche ich die Hoffnung. Und ich brauche Menschen um mich, die mir erlauben und mir die Plattform bieten, mich selbst hinterfragen zu können. Und ich brauche Menschen, die mit mir lachen, wenn ich  mal auf dem Holzweg war. Ich brauche Menschen, die mich darauf aufmerksam machen, wenn ich blind und Angst vor dem Verlust von Privilegien, wild um mich schlage und dabei vergesse, dass ich kein Recht habe, anderen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben und Alltag gestalten zu haben. Und für heute: ich brauche auf keinen Fall die Sendung mit Günther Jauch. Denn ich bin schon satt und meine Wut, Resignation und Irritation reichen für ein ganzes Leben. ABER ich wünsche mir Lebensglück, diese Schatzsuche mit einigen Wirrungen und Irrungen bereitet mir wesentlich mehr Freude.  Und ich bin dankbar, dass ich wählen kann zwischen Wut und Freude.

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Interview zur feministischen Mädchenarbeit

Gender2 in Interview zur feministischen Mädchenarbeit…. mit Linda Kagerbauer

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Das Wort zum Freitag

Getrieben vom Leistungsdruck. Das Tier im Hamsterrad wird stündlich mit Ecstasy gefüttert. Der Punkt nach dem Satz ist verschwunden. Endlose Aneinanderreihungen und Wiederholungen. Dabei darf das Tempo nicht reduziert werden. In Überschallgeschwindigkeit durch den Alltag bis die eigene Puste auf halber Strecke liegen bleibt. Kurz und präzise, bevor die Luft ausgeht:

Ich (rastlos, Benzintank hat ein Loch, im Kopf zu viele Fragezeichen) suche dich (Eskimofrau auf Island). Gemeinsam finden wir den verloren gegangenen Punkt und können den Satz beenden. Gestärkt vom Pick-nick im Hundeschlitten platzieren wir den Regenbogen über unserem Iglu.

Hundeschlitten, winterfeste Kleidung und Ortskenntnis (Island) werden vorausgesetzt.

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Pressemitteilung vom ju_fem_netz

„Es lebe der Widerspruch!“ –
Presseerklärung zum bundesweiten ju_fem_netz Treffen 2011 in Darmstadt


Das zweite ju_fem_netz (Treffen) fand dieses Jahr in Darmstadt statt. Unter dem Motto: „Wir vernetzen uns, weil…?“ wurde drei Tage intensiv, konstruktiv und kritisch diskutiert. In den Workshops zu Critical Whiteness, Heteronormativität und Neoliberalismus/ Kapitalismus haben circa 30 Frauen aus verschiedenen Zusammenhängen die Aus- und Einwirkungen des jeweiligen Systems lebendig erarbeitet. Daneben waren es vor allem die inhaltlichen und organisatorischen Fragen zum ju_fem_netz, welche das diesjährige Zusammenkommen der Feministinnen in Darmstadt prägten.
Critical Whiteness. Im Rahmen dieser Thematik wurde sich mit der Setzung von Weißsein als unmarkierte Norm im (weißen) deutschen feministischen Diskurs auseinandergesetzt. In dem Workshop ging es darum, diese Konstruktion von Geschlecht als eine „farblose Kategorie“ zu hinterfragen. Hierzu wurde sich u.a. mit der Kritik Schwarzer Feministinnen an einem hegemonialen weißen Feminismus beschäftigt und so der Weg zu einer Selbstverortung und Reflektion der eigenen aktuellen feministischen Praxis und somit der eigenen Widersprüche geebnet.

Heteronormativität – Zweigeschlechtlichkeit – queere Theorie – feministische Perspektive. Dieser Workshop stellte mit Hilfe verschiedener Methoden und Perspektiven sowie dem eigenen Erleben, unter anderem folgende Fragen in den Mittelpunkt: Wie funktioniert das „System der „Zweigeschlechltlichkeit?“
Wie sind „Geschlecht“ und „sexuelle Identität“ mit weiteren bedeutsamen Kategorien verwoben und was bedeutet das für unser eigenes Aktionsfeld? Wo erleben „wir“ Diskriminierungen und Privilegisierungen im Alltag? Vor allem die Frage und wie sich diese in unseren Alltag eingeschrieben hat brachte eine wichtige und berührende Diskussion hervor. Auch hier war der Begriff des Widerspruchs vorhanden: Denn trotz der Bemühungen sich nicht in das heteronormative Netz einspinnen zu lassen, mussten die Teilnehmerinnen erkennen, dass dieses Vorhaben bereits an alltäglichen Situationen scheitern kann.

Neoliberalismus/ Kapitalismus. In diesem Workshop wurde unter dem Motto “Alphamädchen oder Bildungsgewinnerinnen: Am Ende sind wir selbst schuld! Über die Ein- und Auswirkungen eines kapitalistischen, neoliberalen Systems auf die feministische (Mädchen-)Arbeit.” diskutiert. Mit Blick auf herrschende Politikdiskurse wurde begreifbar, wie sehr ein kapitalistischen System die Logik der Zweigeschlechtlichkeit braucht, um die Verwertbarkeit einer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung zu
gewährleisten. Das „Scheitern“ an den Bedingungen dieser Logik war ein zentrales Moment der Diskussion: „Scheitern“ an den Widersprüchen, den Bedingungen und Verkürzungen im politischen, pädagogischen und persönlichen Alltag, der immer auch eingebunden ist  in eine kapitalistische Verwertungslogik. Dieses „Scheitern“ gilt es als ein Teil einer neoliberalen Vereinzelung, Entpolitisierung und Entsolidarisierung zu verstehen. In Bezug auf die feministische Arbeit bedeutet dies, dass wir weder von „Alphamädchen“ noch „armen Mädchen“ als Legitimation unserer Arbeit reden sollten, sondern die Mädchen und uns ernst nehmen und damit den Blick auf die Strukturen, in die wir eingebunden sind, richten müssen.

Das Fazit dieses aber auch der anderen Workshops war, dass es Zeit und Raum braucht, um das genannte Scheitern“ und die sich daraus ergebenen Widersprüche als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und Konfliktlinien zu verstehen. Das Konzept die Widersprüche „nicht mehr als persönliches „Versagen“, sondern als wichtige Brüche und Risse im System zu sehen, die es aufzudecken, zu benennen und zu politisieren gilt“, so Linda Kagerbauer, eine der diesjährigen Veranstalterinnen, stieß sofort auf Zustimmung. Dieses Konzept prägt das Bild und beschreibt die politische Motivation des Treffens: ”Die Stelle drückt meiner Meinung nach genau das aus, worum ´s allgemein geht, nicht nur bezüglich der Workshops, sondern hinsichtlich der Feminismen und des ju_fem_netz: Wir vernetzen uns, weil ein „Wir“ doch unumgänglich ist. Das Politische durch das politische Subjekt mal wieder in den Vordergrund stellen und zwar durch – und das fand ich glänzend – die Widersprüche! Großartig! Das sollten wir nochmals betonen, dass auch das ju_fem_netz von diesen Widersprüchen zehrt, indem es viel zu reden und auszuhandeln gibt! Das Politik genau so geht, und dass es eben an der Zeit ist da anzusetzen. Dass es neben der ziemlich wissenschaftlichen Ausrichtung eben die Idee und das Entwickeln hin zur Offenheit des nächsten Treffens gibt!“, so Kathrin Leipold. Die Ausarbeitung und vor allem die Politisierung der Widersprüche veranschaulicht die solidarische Stimmung, die dem diesjährigen Treffen sein Gesicht gab. Vor allem in der am Sonntag stattfindenden Ausarbeitung um die Zukunft und die Gestaltung des Netzwerkes, entwickelte sich aus vielen kleinen Widersprüchen eine lebendige und konstruktive Diskussion. Dort ging es vor allem, um Fragen des Verteilers und der Barrierefreiheit. Festgehalten wurde, dass Tine Schneider und Stephanie Mayfield mediale Möglichkeiten zur passenden Kommunikation für das ju_fem_netz recherchieren und Vorschläge über den Verteiler machen. Hier gibt es dann die Möglichkeit zwei Wochen lang Fragen und Einwände zu diskutieren, um anschließend eine Entscheidung zu treffen. Bezüglich des nächsten Treffens in Freiburg 2012 wurde festgehalten, dass auf den offenen Charakter des Netzwerkes abgehoben werden muss, um im Vorfeld Ausschlüsse und Klüngelei zu vermeiden.

Insgesamt bleibt zu betonen, dass viel zu wenig Zeit für die Übertragung und Umsetzung aller Ideen blieb. Die nachfolgende Stelle soll die Lust und vielleicht auch den Frust in Bezug auf strukturelle Fragen und deren Gestaltung deutlich machen. Gleichzeitig transportiert sie, wie sehr alle Teilnehmerinnen an diesem Netzwerk arbeiten wollen, um einen autonomen, feministischen Raum zu haben, den alle zusammen gestalten und verwalten können: ”Also, um mich nochmal klarer auszudrücken. Was ganz stark zu bemerken war, war doch der Wille da jetzt auch was aufzubauen! Und die Workshops waren zwar auch ein oder das Hauptrahmenprogramm, aber das Herzblut hing doch bei vielen an den organisatorischen und gestalterischen Fragen zum ju_fem_netz und ihres Selbstverständnisses”, so eine Teilnehmerin.
Diese Leerstellen, die sich aus der eigenen Betroffenheit, der Präsenz von wissenschaftlichen Analysen und Ansprüchen und dem Funktionieren im Alltag ergeben, gilt es demnach ernst zu nehmen und zu thematisieren: „Wir müssen wieder mehr Politik über uns machen!“, fasst Nicole Lormes diese Stimmung zusammen. Unser eigenes Erleben, die eigenen Widersprüche im Umgang mit diesen Themen zu benennen und zu politisieren, das war das Besondere an diesem Wochenende und wird auch im nächsten Jahr in Freiburg eine Fortsetzung finden.

Ausblick                    

  „Wir vernetzen uns weil…“
… wir über Feminismus bzw. Queerfeminismus diskutieren wollen.
… wir Themen wie Intersektionalität bearbeiten wollen.
… wir Kritik üben wollen an Ungleichheitsverhältnissen, Macht und Herrschaftsstrukturen, ökonomischen Verhältnissen und Hierarchien.

… wir Diskussionsprozesse über Heteronormativität anregen wollen (z.B. Heteronormativitätskritik aus Sicht heterosexueller Frauen).

… wir den Umgang mit Privilegien thematisieren.
… wir Alternativen schaffen, Problemlagen benennen, Utopien denken, informelle Hierarchien abbauen, andere Menschen motivieren und Transparenz schaffen wollen.
… wir uns gemeinsam über unsere Finanzierung und eigene Struktur(Konsens?) Gedanken machen wollen.
… die Vielfalt unsere Basis darstellt.

Aufruf – Alle sind herzlich eingeladen!


Wir verstehen diese Diskussionen als einen Baustein, der die Entwicklung von Selbstverständnissen des
ju_fem_netz begleiten soll. Dabei sind wir ein offenes Netzwerk, das Mädchenarbeit als Fokus und Lupe
versteht, an dem sich die Wirkungsmechanismen eines sexistischen Systems besonders deutlich zeigen.
Aber auch Interessierte außerhalb der Mädchenarbeit sind herzliche eingeladen, das Netzwerk für sich zu nutzen. Wir sind erst gestartet, mit Fragen nach Strukturen, Selbstverständnissen, Kommunikationsformen etc. Das ist ein spannender Prozess, in dem wir alle beteiligt sind, einen widerstands- und widerspruchsfreudigen Raum zu besetzen!

Die bevorstehenden Termine:

Zwischentreffen am 17./18. Dezember 2011 in Berlin
Hier wird in Berlin weiter an dem Manifest gearbeitet, das auch Diskussionen und Ergebnisse aus dem diesjährigen Treffen aufnehmen wird. Als ein „Blitzlicht“ soll das Manifest unseren Prozess in der Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, unsere Positionen, Selbstverständnisse und Verständnisse von Feminismus abbilden.

Nächstes ju_fem_netz am 7.-9. September 2012 in Freiburg


Im Lauf der nächsten Zeit werden wir die Homepage erweitern, um alle an den Vorbereitungen dieses Treffens zu beteiligen und Partizipation sowie Barrierefreiheit zu ermöglichen. Wer mitmachen möchte, kann sich hier:

www.feministisches-zentrum.de/junge-feministinnenmaedchenarbeit/

in den Verteiler aufnehmen lassen und so weitere Info erhalten.

Weitere Links & Infos:

Was bewegt junge Feministinnen heute?

Feministisches Zentrum


 

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Die große Unsichtbarkeit

Gender2 in Die große UnsichtbarkeitMeinen Abstecher nach Berlin hatte ich mit einem Besuch im  Schwulen-lesbischen Museum verbunden. Nach dem Rundgang blieben eher Frustration und Enttäuschung in Erinnerung. Denn ich suchte vergeblich nach neuen Impulsen und Informationen über die feministische Lesbenbewegung. Nur wenige Dokumente lassen feministische Lesben sichtbar werden. Auch meine Erwartung, insbesondere in dem einst Ost-West geteilten Berlin, Hinweise auf die feministische Lesbenbewegung in der DDR zu finden, wurden nicht erfüllt. Stattdessen sind mir in alltäglichen Begegnungen tradierte, männlich-dominierte Frauenbilder aufgestoßen, die bei mir den Wunsch nach einer eigenen Amazonen-Insel (Wonder Woman lässt grüßen) bestärkten. Vor allem dann,  wenn das vermeintlich emanzipierte Frauenbild ostdeutscher Frauen im Vergleich zu westdeutschen weiblichen Erdenbürger_innen sichtbar wurde im Sinne:

Ostdeutsche Frau = sexuell offener, unkomplizierter und williger = ostdeutsche Emanze = SEXISMUS PUR!

Um nicht in der eigenen Unzufriedenheit zu verharren und Wissenslücken zu schließen, stöberte ich ein wenig im Netz und bin fündig geworden:

1982 und in den darauf folgenden Jahren gründeten sich zahlreiche Frauengruppe in der DDR. Von 1989 bis 1998 existierte der Unabhängige Frauenverband (UVB). Zur Gründung versammelten sich unter dem Motto: „Wer sich nicht wehrt, landet am Herd“ ca. 1200 Frauen in Berlin. Im Januar 1989 erschien erstmalig die lesbische Zeitschrift „frau anders“, die von Lesben aus Jena herausgegeben wurde. Ab 1984 organisierten Hallenser Frauen jährlichen Frauentreffen. Im März 1990 wurde die erste Tagung: Geschichte und Perspektiven von Lesben und Schwulen in den neuen Bundesländern veranstaltet. Im Dezember 1991 folgte eine erneute Auseinandersetzung.  Hierzu schreibt Christina Schenk:

„In der zweiten Hälfte der 70er Jahre begann die evangelische Kirche der DDR unter dem Eindruck staatlicher Repressionen gegenüber Andersdenkenden in noch stärkerem Maße als bisher all jenen Raum und Schutz zu bieten, die sich im Zusammenhang mit solchen Themen wie Ökologie, Frieden, Menschenrechte und Feminismus kritisch mit der Wirklichkeit auseinander-setzten. So konnte sich 1982 in Leipzig die erste institutionalisierte Homosexuellengruppe der DDR gründen. Innerhalb kurzer Zeit erfolgten unter dem Dach der Kirche weitere Gruppen-gründungen in Großstädten.“

Weiterhin macht Christina Schenk deutlich, um sich mit den  Lebensstrategien lesbischer Frauen in der DDR auseinandersetzen zu können, ist es erforderlich, dass normative und sexistischen Frauenbild zu hinterfragen:

„Die Frau in der DDR war in selbstverständlicher Weise in die gesellschaftlich als wichtig erachteten Aufgaben eingebunden – wenngleich keinesfalls mit den gleichen Chancen für die persönliche und selbst bestimmte Entwicklung wie Männer sie hatten. Im propagierten Frauenleitbild fehlten zwar eindeutig sexistische Elemente, dennoch blieb es aus dem ökonomistischen Blickwinkel heraus einseitig! Die „Normalfrau” war qualifiziert, berufstätig, Partnerin eines Mannes und Mutter sowie darüber hinaus noch „gesellschaftlich aktiv”. Alternative Lebensentwürfe oder Lebensweisen insbesondere hinsichtlich Partnerschaft hatten in der offiziellen Propaganda keinen Platz. Die geltend gemachten Wert- und Normvorstellungen bzgl. Mutterschaft und Familie wurden nicht in Frage gestellt. So haben Frauen in der DDR aufgrund ihrer ökonomischen Selbständigkeit einerseits die Möglichkeit, Alternativen zur Mann-Frau-Beziehung zu leben, jedoch wird dies andererseits dadurch sehr erschwert, dass Anderes in den Leitvorstellungen, die im Sozialisationsprozess und im alltäglichen Leben vermittelt werden, nicht vorkommt.“

Auch Gunna Bohne berichtet von Überlebensstrategien und dass die Lesbenbewegung Ostdeutschlands nur im Kontext einer feministischen Auseinandersetzung mit normativen und internalisierten Rollenbilder zu betrachten ist:

„In unseren Lesbengruppen fanden sich auch viele Frauen ein, die andere Überlebensstrategien ge-wählt haben: Die Flucht vor sich selbst oder/und ihrer heterosexuellen Umwelt in eine Ehe (mit oder ohne Kinder), die Flucht in das (oder das ängstliche Verharren im) Elternhaus als oft einzige menschliche Bindung – sofern die Kontakte nicht gerade durch die “Offenbarung, lesbisch zu sein”, tief zerstört wurden. Auch das Verstecken und Leugnen der Frauenbeziehung als Liebesbeziehung, oft gekoppelt an die prüde Sexualerziehung in der Familie mit allen Verklemmtheiten, haben das lesbische “Coming out” unzähliger Lesben der älteren Generation tief geprägt und ihre Sozialisation zu gesunder, offener, selbstbejahender Weise behindert.“

X5GA45 220x320 in Die große UnsichtbarkeitLinks & Quellen:

Frauengruppen unter dem Dach der Kirche – weibliche Opposition in der DDR

Unabhängiger Frauenverband (UVB)

Die ostdeutsche Frau an sich

Geschichte und Perspektiven von Lesben und Schwulen in den neuen Bundesländern

Warum wir so gefährlich waren – Film über Lesbenbewegung in der DDR

Lesben und Schwule in der DDR – Tagungsdokumentation

In Bewegung bleiben – 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben

Lesbengeschichte

Geschlechtsspezifische Ungleichheit

Nur ein blog! – Lesben in der DDR 

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Wünsch dir was …

Gender2 in Wünsch dir was ...und Nachtrag ju_fem_netz 2011: Da ich gerade so über Utopien und Visionen sinniere, ist mir auch glattt noch etwas eingefallen. Ich wünsche mir bereits im Vorfeld und in Vorbereitung für ju_fem_netz 2012, dass die Organisator_innen eine sehr heterogene Gruppe sind. Damit verbinde ich die Hoffnung, dass sich meine Emotionen des Vermissens und Bedauerns in Freude umgekehrt. Da so, bereits “alle” Feminist_innen mit ihren individuellen und persönlichen Unterschieden und Diskriminierungserfahrungen Teil der “Basisdemokratischen-Organisationsstruktur” sind und ju_fem_netz mitgestalten!

Superheld_innen an die Macht!!!!

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Das Private ist Politisch

Gender2 in Das Private ist Politisch…und ich brauche/fordere Strategien und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die das „Aushalten“ von Uneindeutigkeiten, Differenzen und unterschiedlichen Lebensweisen respekt- und genussvoll „ertragbar“ werden lässt.

Ich folgte dem feministischen Ruf nach Darmstadt und nahm am 2. bundesweiten Netzwerktreffen junger Feministinnen teil. Kreative feministische, queere Denkräume und dann noch Sookee auf dem ladyfest Darmstadt. Im Vorfeld setze ich mich bereits mit meinen eigenen Stereotypen, Vorurteilen und persönlichen Bildern auseinander und fragte mich, was in diesem Zusammenhang wohl „jung“ bedeuten könnte und ob ich da wohl noch „reinpasse“. Davon ist die Erkenntnis geblieben, dass es wohl Zeit wird, mich mit meinen eigenen erlernten Zuschreibungen auseinander zu setzen und mich mal grundsätzlich zu fragen, wann ich mich einer „Gruppe“ zugehörig fühle. Die Hoffnungen, einen Ort und Raum, der die Möglichkeit zum Denken von Utopien, feministischen Diskussionen und der Auseinandersetzung mit eigenen Bildern bietet, wurden erfüllt. Ich traf engagierte, mutige und selbstbewusste Feministinnen, die sich Inklusion und Exklusion auf vielen Ebenen auseinandersetzten. Zwischen vier Workshops konnten die Teilnehmer_innen wählen:

  • Critical Whiteness
  • Heteronormativität
  • Kapitalismus/Neoliberalismus
  • Körperlichkeit/Körperbewusstsein

Mein Herz brannte für mehrere Themenbereiche. Zunächst entschied ich mich für den Critical Whiteness-Workshop. Doch wie es im Leben so ist, unterliegen Entscheidungen auch einem Veränderungsprozess und plötzlich saß ich in einer Runde, deren Köpfe durch die intensive Begegnung mit Heteronormativität qualmten. Der Dekonstruktion folgte auch das Hinterfragen eigener Positionen, Bilder und Vorurteile. Für mich wurde deutlich, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit queer theory, Heteronormativität, Gruppenzugehörigkeit, Feminismus nicht genügt. Die Verwirrung, Verunsicherung und Irritationen münden in einem „kollektiven“ Ohnmachtsgefühl (was wohl eher Abwehr zur Folge haben könnte), wenn die Wege offen oder verschlossen bleiben, wenn es um die Fragen der alltäglichen Umsetzung geht und nicht über die Angst vor den Verlust von Privilegien gesprochen wird.  An dieser Stelle brauche ich, die private Reflexion über die eigene Sozialisation, über die eigenen rassistischen Denkmuster und verinnerlichten Vorurteile und wie ich diese reproduziere durch das eigene ganz private Verhalten, obwohl ich ja genau dies unter allen Umständen vermeiden möchte.

Ich freue mich auf das nächste Treffen. Freiburg ich komme und bin gespannt, was bis dahin all die Feminist_innen bewegt hat. Eine Hoffnung habe ich bereits im Gepäck, dass das Treffen ein Raum für die Begegnung mit der Vielfalt von Seinsmöglichkeiten sein kann und dies nicht nur im Sinne der wissenschaftlichen Diskussion, sondern auch in der persönlichen und ganz privaten Begegnung mit unterschiedlichen, vielfältigen Menschen und ihren eigenen persönlichen Lebenswegen, Ausgrenzungserfahrungen und Vorstellungen von „Normalität“.

Es lebe das Radieschen!

PS.: Ganz persönlich für die Organisator_innen: Herzlichen Dank für die Mühen, die Energie und die Vorbereitung. Ich fühlte mich sehr willkommen!

Das Schlusswort überlasse ich Mitja Sabine Lück:

Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit Whiteness ist es m.E. daher wichtig, sich den Gefühlen zuzuwenden, die weiße Menschen in Bezug auf dieses verdrängte Wissen um die eigenen Privilegien haben. Denn die Verdrängung ist in Form von einem Unbehagen sowieso spürbar. Die Demaskierung der unsichtbaren Differenzlinie schafft aber nun Raum für Handlungsfähigkeit, weil ich nun weiß, was ich vorher nicht wissen wollte. Meines Erachtens geht es im Kontext von Rassismus aber nicht darum, „alles richtig machen zu wollen“ und sich dadurch möglichst unangreifbar zu machen, sondern vielmehr um die bewusste Entscheidung, die eigene Verstrickung in rassistischen Machtverhältnissen auszuloten. Dies ermöglicht weißen Menschen eine Handlungsfähigkeit, die auf Selbstverortung basiert und die Möglichkeit eröffnet,„Powersharing“praktisch umzusetzen.

Quelle: http://www.frauenhaus-hannover.org/resources/Critical+whiteness+MitjaSabineLueck.pdf

Links & Infos:

ju_fem_netz

ladyfest Darmstadt

 

Das Politische ist privat

Nächste Jahr, also 2012, wird ju_fem_netz im September in Freiburg ausgerichtet!

 

 

 

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“However I dress. Wherever I go. Yes means yes and NO means NO!”

Gender2 in However I dress. Wherever I go. Yes means yes and NO means NO!”Köln. Ich war dabei. Der erste SlutWalk zog lautstark durch die Kölner Innenstadt.

Slutwalk Koeln-278x400 in However I dress. Wherever I go. Yes means yes and NO means NO!”

Gestern zogen bundesweit „Schlampen“ durch die Straßen und setzten damit Zeichen gegen Sexismus, rape culture,  Victim blaming und für Feminismus und gegen sexistische und machtdominierte Frauenbilder:

Schlampenmärsche gegen Vergewaltigungsmythen

Als ein kanadischer Polizist in Toronto vor einer Gruppe Jura-Student_innen im Rahmen seines Vortrags zu Campus-Sicherheit dazu riet, dass Frauen vermeiden sollten, “sich als Schlampen zu kleiden, um nicht Opfer von sexueller Gewalt zu werden “, folgte erst Entrüstung und dann Gegen wehr: Weil viele die Schnauze voll von opfer be schuldigendem Verhalten (engl: *Victim Blaming *) und Vergewaltigungs­mythen hatten, gingen im April rund 2000 Demonstrant_innen in Toronto für ihr Recht auf die Straße, sich kleiden zu dürfen, wie sie wollen, ohne für sexuelle Übergriffe verantwortlich gemacht zu werden. Der erste *SlutWalk (*zu dt: “Schlampenmarsch”) wurde ins Leben gerufen. Viele Städte folgten; auch in Deutschland formieren sich nun die ersten Gruppen, die in ihrer jeweiligen Stadt einen *SlutWalk*organisieren. Das Problematische am Transfer US-amerikanischer Konzepte und Begrifflichkeiten wie *rape culture, Victim Blaming* oder der im kanadischen Toronto organisierte *SlutWalk* ist, dass es hierzulande (noch) keine Äquivalente gibt, die diese konzeptionell und sprachlich fassen. Die Organisation der *SlutWalks* im deutschsprachigen Raum eröffnet daher die Möglichkeit, Begriffe und Konzepte herauszuarbeiten.

Warum demonstrieren?

Die Gründe der Demonstrant_innen, auf die Straße zu gehen, sind viel­fältig: Einigen geht es um die An eignung des despektierlichen Wortes “Schlampe” mit all seiner sexistischen Konnotation, um das Wort mit neuen, positiveren Assoziationen zu füllen; andere insistieren auf ihr Recht auf sexy Kleidung, ohne dafür sanktioniert zu werden. Wieder andere protestieren gegen Vergewaltigungen und sexuelle Über griffe im All gemeinen und kämpfen gegen die Tendenz, Opfern von sexueller Gewalt eine zu Mitschuld geben, sei es auf Grund ihrer Kleidung (“zu sexy und provozierend”) oder ihres Verhaltens (“Du warst ja auch betrunken und/oder nachts allein unterwegs”). Dabei kommt es bei Vergewaltigung nicht darauf an, wie eine Frau aus sieht oder was sie trägt – der Mythos, dass in der Mehrzahl auf reizend an gezogene Frauen vergewaltigt werden, ist falsch und irre führend. Mit gängigen Vergewaltigungs­entschuldigungen und -erklärungsversuchen wird ein gesellschaftliches Klima aufrechterhalten, in dem Frauen in der Rechtfertigungsposition sind und im schlimmsten Fall mit Ignoranz oder *Victim Blaming* konfrontiert werden.

Quelle: http://frauenreferatkoeln.blogsport.de/2011/08/09/13-8-slutwalk-in-koeln/

Und wie war es?

Für einige Unterstützer_innen war es schwieriger den Treffpunkt zu finden und auch ich suchte im Vorfeld verzweifelt nach weiteren Informationen, um mehr über die Demo und den Ablauf erfahren zu können.

Lediglich eine Facebook-Veranstaltungsgruppe wies auf die Uhrzeit und den Treffpunkt (Domvorplatz) hin. Gern hätte ich bei den Vorbereitungen unterstützt. Nur leider war mir nicht klar, wer den Kölner SlutWalk organisiert. Die Demo wurde kurzzeitig von der Polizei unterbrochen. Zum Glück ging es dann durch die Ehrenstraße über die Ringe zum Rudolphplatz weiter. Auch der Regen setzte dem Protest kein Ende! Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sich mehr Unterstützer_innen für den SlutWalk eingesetzt hätten. Auch vermisste ich Informationen über twitter und/oder einem  blog, was sicherlich bereits im Vorfeld zu einer breiteren Mobilisierung von Unterstützer_innen geführt hätte. Trotzdem hat es sich gelohnt. Mir bleiben die Verwunderung der Passant_innen, die neugierigen und interessierte Blicke und die irritierten Ausrufe wie: „Da sind ja auch Männer dabei“ in Erinnerung.

Und ich hoffe, dass sich nächstes Jahr noch mehr Menschen zum Slutwalk in Köln einfinden werden und eine breitere Öffentlichkeit erreicht wird. Im Nachhinein fragte ich mich, warum eigentlich etablierte Institutionen und Initiativen wie  Anyway, Rubicon, Frauenhäuser und autonome Frauenberatungsstellen, Frauenmediaturm den Protestmarsch nicht unterstützten und sei es nur in Form eines Hinweises auf die Demo.

Was bleibt?

Anstatt über die Organisation zu „meckern“, wäre ich gern Helferin gewesen. So bleibt: Ich unterstütze nächstes Jahr wieder und dies auch gern bei den Vorbereitungen. Also liebe Organisator_innen ich warte auf den Helfer_innen-Aufruf.

Bis zum nächsten Mal!

Fotos vom SlutWalk Köln

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Die helfende Hand

Gender2 in Die helfende HandGetreu dem Motto Superheld_innen an die Macht fragte ich mich mal wieder, warum verdienen Frauen in Deutschland so wenig. Beim Milchkaffee sinnierte ich über diesen Umstand und der Forscherinnendrang gewann die Oberhand und ich suchte, nach dem Frauenanteil im sozialen Bereich/ Dienstleistungssektor. Die Zahlen bestätigten meinen Verdacht: Der Frauenanteil lag 2009 bei 80%.

Tabelle1 in Die helfende Hand

Berufe im Spiegel der Statistik | http://bisds.infosys.iab.de/

Kein Wunder, warum das Geld am Ende des Monats zu knapp ist. Liegt es doch im weiblichen Naturell zu helfen und sich um andere zu sorgen. So eine helfende Frauenhand hat ja bereits mit der Muttermilch die Fürsorglichkeit aufgesogen. Die glücklichen strahlenden Augen von Patient_innen, Kindern und Klient_innen sind Entlohnung genug. Der Biss ins trockene Knäckebrot am Ende des Monats tut dem helfenden Eifer keinen Abbruch. Die Überstunden und Bereitschaftsdienste sind vergessen, wenn Klient_innen, Kinder, und Patient_innen als Zeichen großer Dankbarkeit die mütterlich-helfende Hand schütteln und betonen, wie unersetzlich doch diese altruistischen Frauen mit dem großen Herzen, den Elefantenohren und der sozialen Ader sind.

Freizeit wird überschätzt und Liebe kann frau sich sowieso nicht kaufen. Also, wozu die Aufregung – Hauptsache frau findet ihre weibliche Bestimmung und lebt im Einklang mit ihrem fürsorglichen Naturell.

Ich finde, alle Sozialarbeiter_innen und Personen aus sonstigen sozialen Bereichen sollten an den bundesweiten Slutwalks teilnehmen, als Zeichen des Protests gegen Stereotypisierung, Stigmatisierung und Sexismus. Denn mal ehrlich, es wird immer verheimlicht, dass Knäckebrot ganz schön krümelt ….

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… als gäbe es kein Morgen.

Regenfäden am Sonntag. Der Wochenbeginn scheint in weiter Ferne. Unvorstellbar, dass die Nacht bald wieder den Kampf mit dem Tag gewinnt. Die Zeiger der Uhr, deren Batterien schon vor einer halben Ewigkeit den Geist aufgegeben hatten, sind festgeklebt. Der Zorn gräbt sich tief in die Stirn und der hypnotische Blick, das Zähneknirschen und Beschwören der Schreibtischlampe, die auswendig gelernten Hex-Hex-Sprüche bleiben wirkungslos. Die Zeit steht einfach nicht still. Das lautlose Ticken der Zeiger im Kopf ist resistent gegen jedes Medikament. Die Abwehrkräfte schwinden und die Beschwörungsformeln bleiben so langsam im Hals stecken, so dass nur noch die Atemluft die Außenwelt erreicht. Regungslos, während Trägheit und Leichtigkeit mutig Paarungsversuche starten, scheint der Körper auf dem Uhrenziffernblatt fest geschnallt. Das Bewusstsein verliert sich in der Drehbewegung. Die präzise ausgerichteten Giftpfeile der Ameisen setzen mit jedem gelandeten Treffer ungeahnte Überlebenstriebe frei. Aus den Poren der Haut rinnt das Lebenselixier. Die neugeborene Gelassenheit saugt die Flüssigkeit auf und der Körper entgleitet den Fesseln der Zeit:

Verhexte Kontaktanzeige für einen verregneten Sonntag:

Ich (Beschwörungsexpertin, Batterieladegerät verschollen, zähle gern die Regenfäden) suche erfahrene Ballonfahrer_in (mit Sinn für Überschwänglichkeit undTurbulenzen). Weit oben finden wir die Schwerelosigkeit. Glücksbetrunken spielen wir verstecken mit den Wolken.

Gern teile ich dabei meine Kopfhörer. Passende Begleitgeräusche werden mitgeliefert:

Link:

Mehr über die Kleingeldprinzessin …

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